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Steckbrief
Katrin Schneider
Schon mit sechs Jahren wollte sie Krankenschwester werden – ihr Traumberuf bis heute! In der Sonntagschule hörte sie die ersten Missionsberichte, später verschlang sie die Bücher von Albert Schweitzer, verspürte den Wunsch, einmal in Lambarene zu arbeiten. Heute dient Katrin Schneider tatsächlich den Menschen in Afrika: als Missionarin und Krankenschwester in Benin.

Mit 16 Jahren hatte sie in Welschland ihr Leben Jesus übergeben. Damals sagte sie ihm: „Führe mich, wohin Du willst.“ Nach der Ausbildung als Krankenschwester und ein paar Jahren Berufserfahrung besuchte sie eine Jüngerschaftsschule, wo Gott sie als Mitarbeiterin zu Jugend mit einer Mission (JMEM) berief. Sie empfand es als grossen Verzicht, ihren heiss geliebten Beruf aufzugeben, um Gott auf andere Weise in Osteuropa zu dienen. Nach vier Jahren Mitarbeit bei JMEM kehrte sie in ihren Beruf als Krankenschwester zurück. Ihr Ziel: Ein bis zwei Jahre arbeiten, um dann nach Rumänien zu gehen und dort ein Altersheim zu leiten. Doch aus zwei Jahren wurden acht, und aus Rumänien wurde Benin, Westafrika.

Denn ihren 40. Geburtstag feierte Katrin Schneider in Bembereke, als Kurzzeiterin. Und bei diesem Einsatz machte Gott ihr deutlich: Die Zeit ist gekommen, als Krankenschwester nach Afrika zu gehen. Unterstützung erfuhr sie durch ihre Gemeinde, das EGW Biel und viele Freunde – durch Gebet und finanziell. Heute arbeitet Katrin Schneider in Bembereke als stellvertretende Stationsleiterin der medizinisch-pädiatrischen Abteilung, ist mitverantwortlich für die Reinigungsgruppe und zuständig für die Kurzzeiter. In den täglichen Begegnungen mit den Menschen ist es ihr ein Anliegen, Gottes Liebe, Treue und Güte weiterzugeben.

Wachsen im Traumberuf

Immer wieder staune ich, dass Gott gerade mich berufen hat, hierher nach Bembéréké. Und dass ich in meinem „Traumberuf“ mit beninischen Freunden zusammenarbeiten darf. Morgens beginnen wir den Tag mit einer gemeinsamen Meditation. Wir singen, lesen die Bibel, beten für persönliche Anliegen, die Arbeit, die Kirche, den Staat. Wir teilen Nöte und Freuden.

Das Hôpital Evangelique de Bembéréké wurde 1961 gegründet, als eine Vision von Christen, die den Menschen neben dem Evangelium auch körperliche Gesundheit bringen wollten. Jetzt pflegen wir unsere Patienten bei 36 Grad im Schatten. Welch ein Abenteuer, einen Venenkatheter kniend am Boden zu stecken, weil das Krankenhaus überfüllt ist, der Patient kein Bett hat und auf einer Matte auf der Veranda liegt. Zusammen kämpfen wir um das Überleben des dreijährigen Adamou. Er kam, schon bewusstlos, mit 40 Grad Fieber auf die Station. Nach etwa einer Stunde fängt er wieder an regelmässig zu atmen. Wir behalten ihn für ein paar Stunden im Arbeitszimmer, zur Überwachung. Am nächsten Morgen ist er noch immer im Koma, aber er krampft nicht mehr und atmet ruhig. Wir beten für sein Leben. Dann werden zwei Patienten mit Schlangenbissen gebracht. Die meisten Patienten mit Schlangenbissen überleben, aber es gibt immer wieder Menschen, die verbluten. Meine Mitarbeiterin verabreicht dem Patienten das Gegengift, ein ebenso teures wie lebensrettendes Antiserum.

Wir unterstützen uns nicht nur in der gegenseitigen Arbeit, sondern auch in der Kommunikation mit den Patienten. Eine stete Herausforderung. Manchmal spreche ich mit einem Patienten über zwei Übersetzer, ein anderes Mal kann einer der Mitarbeiter (Krankenpfleger, Reinigungspersonal, Torwächter…) die gewünschte Sprache.

Am Abend besuche ich noch ein paar Mitarbeiter. Ein anderes Mal kommen sie zu mir, zum Kuchen backen oder für einen Spieleabend.

Zusammen unterwegs sein für Gottes Sache: Hier im Spital gibt es neben dem üblichen Personal auch sechs Evangelisten, die den Patienten von Gott erzählen, oft am Morgen, wenn sie auf die Untersuchung warten. Sie helfen mit bei der Übersetzung am Krankenbett und auch bei Gesprächen über schwere Diagnosen. Sie zeigen Filme, lassen Musik und Predigtkassetten in den Krankenzimmern laufen, erzählen biblische Geschichten. Schon mehrere Patienten haben danach die Evangelisten eingeladen, zu ihnen ins Dorf zu kommen um auch dort die Gute Nachricht zu erzählen.

Die Patienten wissen, dass es bei uns nicht auf ihren persönlichen Hintergrund oder ihren Glauben ankommt, sondern dass alle ein Recht auf Behandlung haben. Für mich ist diese Arbeit immer wieder ein Grund zur Freude, Dankbarkeit und zum Staunen. Ich durfte so vieles lernen und dabei im Glauben wachsen.

Möchtest du nicht auch die Chance wahr nehmen und für sechs Monate bis zwei Jahre das Spital kennenlernen und die Mitarbeiter unterstützen mit deinem Wissen und Können? Wir brauchen nicht nur Krankenschwestern, auch Hebammen, Laboranten, Apotheker, Ärzte oder Helfer in technischen Diensten sind sehr willkommen!



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