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Salamat Jesus (Danke)!!!
Armut verändert mein Herz und Denken
Anfangs Juli trat ich in Davao / Philippinen einen Kurzeinsatz an. Einer meiner Ziele war es, herauszufinden, ob ich später auch einmal in die Mission gehen sollte. Ich freute mich auch, den Menschen vor Ort zu dienen.

An die Kultur habe ich mich relativ schnell gewöhnt, da die Philippinos ziemlich unkomplizierte Menschen sind und das internationale Team mich sehr herzlich aufnahm. Mehrmals in der Woche besuchten wir die Strassenkinder und verschiedene Familien in ärmeren Gegenden der Stadt. Dies das erste Mal zu sehen, war unfassbar. Es schien nicht real. Ich sah dutzende kleine Kinder und Babys auf der Strasse, die nur einen Karton als Matratze hatten. Die Kinder schlossen einem sofort ins Herz. Sie kamen, spielten und fragten sehr viel. Sie waren schmutzig und hatten kaum Kleider an. Immer wieder umarmten sie einem voller Freude. Das Elend auf der Strasse ist groß. Die Jugendlichen erzählten Dinge, die unter die Haut gingen. Was für viele grausame Schicksale! Ich hatte die Gelegenheit in ein muslimisches Dorf in Cotabato zu gehen. Die Atmosphäre dort ist schwer zu beschreiben. Es schien, als sei man in einer anderen Welt angekommen. In Cotabato selber gibt es sehr viele Christen und die Diskriminierung zwischen Christen und Muslimen ist sehr gross. Die Christen unterdrücken die muslimische Bevölkerung sehr. Die Ärmsten in diesem Land sind meist Muslime. Wenn Muslime eine Arbeit suchen, geben sie sich meist nie als Muslime aus, denn sonst würde niemand ihnen Arbeit geben. Auf dem Markt verbergen sie ihren Glauben und Herkunft, um einen Stand zu kriegen und ihre Ware verkaufen zu können. Im Dorf haben die meisten Familien mehr als sieben Kinder. Das Geld reicht nirgends hin, so dass viele der Kinder nur einige Jahre zur Schule gehen können. Die Schule ist zwar gratis, aber sie können sich das Schulmaterial und den Lunch nicht leisten. Ich sah viele Kleinkinder die mit aufgeblähten Bäuchlein herumliefen und abgemagert aussahen.

Gemeinschaft wird in den Philippinen sehr gross geschrieben. Alles wird gemeinsam gemacht. Diese Menschen gaben mir mehr als ich ihnen geben konnte. Sie nahmen mich überall mit, gaben mir das Beste was sie besassen und behandelten mich wie einen Ehrengast, obwohl ich Christ bin. Ich konnte nicht viel Hilfe anbieten und fühlte mich dadurch manchmal hilflos. Als Krankenschwester war meine Aufgabe die Check-up`s mit den Kindergartenkindern durchzuführen. Ich hatte täglich Besuch von kranken Menschen. Am Abend verbrachte ich dann viel Zeit mit den Jugendlichen aus dem Dorf. Wenn wir draussen sassen, ging es nicht lange und alle Jugendlichen vom Dorf kamen aus allen Winkeln und versammelten sich. Wir lachten sehr viel zusammen, spielten Karten oder Basketball, hörten Musik, sangen, tanzten und hatten es einfach gut zusammen. Oh wie gut erinnere ich mich noch an den Anfang, wie schüchtern sie waren und nach einer Woche wie offen sie wurden.

Viele der Jugendlichen waren nur einige Jahre zur Schule gegangen. Sie haben keine Arbeit, bei der sie Geld verdienen können. Ihre Aufgabe ist es, sich um die restliche Familie zu kümmern. Sei es draussen am Feuer zu kochen oder in die Berge zu gehen, um Reis zu ernten, den zu trocknen und weiter zu verarbeiten. Ihre Träume sind meist, eine Familie zu haben – jedoch mit besseren Umständen – und wieder zur Schule gehen zu können. Fast jeder Jugendlicher hat im engen Familienkreis schon jemanden verloren, sei es Vater, Mutter oder Geschwister. Jeden Tag, den ich dort verbrachte, schloss ich die Menschen mehr und mehr in mein Herz.

Es gäbe noch so viel zu erzählen über diese Zeit in diesem Dorf.

Fazit: in meiner Heimat spricht man nicht gut über Muslime. Ich habe andere Erfahrungen gemacht und meine Gedanken geändert. Ich habe Menschen kennen gelernt, die so offen, herzlich sind und einem annehmen wie man ist, Menschen, die glücklich sind, dass man mit ihnen Zeit verbringt und die meine Freunde wurden.

Ziel Erreicht?

Nun ich hatte dort keine Heldentat vollbracht und würde man dies analysieren, wäre es gar lächerlich, was ich dort für pflegerische Leistungen gebracht habe.

Jedoch wurde ich persönlich mehr bereichert als ich dachte.
1. Es wurde mir klar, dass der Wunsch in die Mission zu gehen wirklich ein Ruf von Gott ist.
2. Ich habe gesehen, dass Menschen glücklich sein können, wenn man nur Zeit mit ihnen verbringt.
3. Ich habe gemerkt, dass man die Liebe Gottes nicht durch grosse Worte weitergeben muss, sondern dass es reicht, einfach da zu sein und Zeit zu investieren.
4. Dass Mission vor allem auf der Strasse stattfindet und nicht in den Kirchen, dort wo Jesus auch war: bei den Ärmsten und Verachteten.


Mirjam Kunz
November 2009



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