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Gott an der Arbeit in Panama
Eine Missionarsfamilie berichtet
Unsere Tochter Noemi hat einige Fahrstunden hinter sich. Nach der zweiten Fahrstunde liess sie uns an einem ermutigenden Zeugnis teilhaben. Schon nach der ersten Lektion erzählte sie uns, dass ihr Fahrlehrer ein ehemaliger Buschauffeur war, der ihren Schulbus während der Sekundarschule lenkte. Bevor sie ihre zweite Lektion begann, sagte ihr der Fahrlehrer, dass er schon seit langer Zeit Noemi für das sehr spezielle Geschenk danken wollte, welches sie ihm vor vier Jahren übergab. Zuerst wurde Noemi nervös, sie habe ihm doch nie etwas geschenkt. „Doch“, bestätigte der Fahrlehrer, „ein sehr wertvolles Geschenk“ und erhöhte dadurch die Spannung. „Du hast mir einen evangelistischen Abreisskalender „Die gute Saat“ zum Jahresanfang geschenkt. Auf Grund der täglichen Botschaften sah ich mich gedrängt eine evangelische Gemeinde zu suchen und habe Jesus Christus als meinen Erlöser gefunden.“ Gerade in diesen Tagen ist die neue Sendung der Kalender in Panama eingetroffen. Einmal mehr wurde uns durch das Zeugnis von Noemi bewusst, dass manchmal Jahre vergehen um die Frucht der Saat zu sehen. Manche werden wir wohl erst in der Ewigkeit antreffen. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die Kalender auch dieses Jahr an suchende Menschen gelangen oder sie suchend machen.

Auf der vergangenen Reise an die Atlantikküste während des Mitarbeitertreffens und Seminars wurde ich durch manches Zeugnis aus dem Alltag im persönlichen Austausch mit Glaubensgeschwistern ermutigt:

Eine der Köchinnen, Melva, erzählte mir strahlend während des Seminars, dass ihre Tochter erkrankte und dringend ärztliche Betreuung brauchte. Sie verfügte jedoch nicht über das nötige Geld, um Medizin zu besorgen und ihre Tochter mit einem Motorboot an die Küste in die nächstgelegene Krankenstation zu fahren. Ihr Mann war auf einer längeren Reise, so musste sie selber Entscheidungen treffen und sich auch um die Landwirtschaft kümmern und das Essen vom Feld holen. So legte sie vor dem Verlassen des Hauses alle Alltagslast, ihre kranke Tochter, das nötige Geld für Transport, Medizin und Nahrungsmittel zu Jesu Füssen und schlug den Weg Richtung Feld ein, um Maniokwurzeln zu holen. Auf halbem Weg auf dem Urwaldpfad fiel ihr ein glitzerndes Steinchen auf, das in der Morgensonne leuchtete. Beim genaueren Betrachten konnte sie sich am Fund eines 1½ Gramm schweren Goldkornes freuen, welches ihr 35 USD einbrachte. Sie ist überzeugt, dass Gott ihr an diesem Tag dieses Geschenk machte, welches ihr die momentanen Probleme löste. Zu Beachten ist, dass Santiaguito im Goldgräbergebiet liegt, ein solcher Fund auf diese Art jedoch höchst selten ist.

Nicho, ein junger Mann, welcher einen Sohn mit täglichen epileptischen Anfällen hatte, war sehr besorgt, weil er nicht die nötigen finanziellen Mittel hatte, um einen längeren Spitalaufenthalt, teure Untersuchungen und Medikamente zu finanzieren. Da seine Hütte in der Nähe des Flusses steht, musste der Sohn immer in Begleitung sein, um einen Unfall beim Baden oder Fischen zu verhindern. Ich mag mich gut daran erinnern, dass es Nicho war, welcher mich vor Jahren bei einem der ersten Besuche in diesem Urwalddorf bat, für sein todkrankes Mädchen um Genesung zu beten. Es wurde mir damals in besonderer Weise bewusst, dass wir keinen grossen Glauben, sondern den Glauben an die Grösse Gottes brauchen. Gott hatte sich schon damals auf wunderbare Weise offenbart und zu seiner Ehre dem Mädchen sofortige Gesundheit geschenkt. Nicho war auch der erste in seinem Dorf, der das Geschenk Gottes des ewigen Lebens in Anspruch nahm. Nun berichtete er mir mit strahlendem Gesicht, dass ihm Jesu aufs Herz gelegt hatte, eine Gebets- und Fastenzeit zu halten, um auch seinen Sohn zu heilen. Der Sohn ist nun seit einigen Monaten total frei von den Anfällen. Er begleitet den Vater sogar zum Goldwaschen, wo er über längere Zeit am Tauchen ist, um das Rohr zu führen, welches den Sand mit einer Pumpe an die Oberfläche bringt.

Ich war beim Besuch in Santiaguito überrascht über die besondere Gastfreundschaft, die wir antrafen. Wir wurden in einem speziell für unseren Besuch gebauten Holzhaus für Gäste empfangen. Auch über die ausgezeichnete Organisation in der Küche war ich erstaunt. Reynaldo, einer der Hauptorganisatoren, erzählte mir in einer Mittagspause ebenfalls ein besonderes Zeugnis. Sein Sohn hatte sich schwer das Knie verletzt und wurde notfallmässig über den Meeresweg ins Spital gebracht. Der Aufenthalt dauerte lange und erforderte eine Operation. Am Tag der Entlassung stand Reynaldo mit einem sehr besorgten Gesichtsausdruck im Wartesaal. Soeben erfuhr er, dass die Spitalkosten 700 Dollar betragen. Sein leerer Magen hatte ihm bereits angekündigt, nicht einmal fürs Nötigste Kleingeld zu haben. Arbeit hatte er seit einigen Tagen nicht mehr gefunden. Plötzlich stand ein gut gekleideter Mann neben ihm, welcher ihn auf seinen besorgten Gesichtsausdruck ansprach. Reynaldo erklärte ihm in kurzen Sätzen seine Situation. Der Mann lud ihn zum Mittagessen ein. Danach kehrten sie ins Spital zurück. Der unbekannte Mann kam für die ganze Summe der Spitalkosten auf, drückte ihm zusätzlich etwas für die Rückreise in die Hand und verabschiedete sich. Für Reynaldo blieb es ein unbekannter Mann. Noch heute fragt er sich, ob es wohl ein Engel Gottes war.


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