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"Beeing people of vision"
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Die Armen
Was gehen sie mich an?
Darauf wird der König erwidern: 'Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner gering geachteten Geschwister getan habt, das habt ihr für mich getan.'
Matthäus 25, 40

Einer der erfolgreichsten Filme im letzen Jahr war „Slumdog Millionär“. Da ich seit einigen Jahren in Indien arbeite, wurde ich manchmal gefragt, ob es den wirklich so schlimm sei wie im Film dargestellt? Viele Menschen hatten ein „AHA“-Erlebnis als sie die Kinder sahen, die in extremer Armut leben und manche meinten, sie müssten nun etwas tun für „die Armen“!
Ein bekannter Sänger, der einen Slum in Indien besuchte, meinte nachher in einem Interview, dass ihn aus den Augen der Leute die Armut angeschaut habe! Obwohl ich mir wünsche, dass sich mehr Leute engagieren unter den „Armen“ ärgert mich diese Aussage, da es die „Armen“ in einem sehr einseitigen Licht zeigt.
Sind die Armen wirklich die, aus deren Augen die Armut schaut, eine unbestimmte Masse, alle gleich, eben arm? Oder sind es Menschen, Individuen, jeder anders, alle ganz verschiedene, so wie eben Menschen sind. Personen mit Würde und Ehre? Wie hat den Jesus die „Armen“ gesehen und wie ist er ihnen begegnet? Und was ist unser Auftrag?

Was heisst Armut überhaupt und wie wird sie definiert?

Ich möchte hier nicht auf die relative Armut in Ländern im Westen eingehen, sondern über die extreme Armut sprechen, die ich in vielen Ländern gesehen habe.
Extreme Armut heisst, dass Leute mit weniger als einem Dollar im Tag auskommen müssen. Auch in Ländern wie Indien reicht das schon lange nicht mehr zum Leben, nicht einmal um sich drei Mahlzeiten pro Tag zu kaufen, gar nicht zu reden von einer Unterkunft und allem Anderen, was ein Mensch zum Leben braucht. Weltweit sind ein Sechstel aller Menschen davon betroffen und obwohl es eines der Milleniums-Entwicklungsziele der UNO ist, die extreme Armut in der Welt zu halbieren, ist es bis jetzt nicht gelungen die Zahl der Armen auch nur zu reduzieren. Im Gegenteil, statt weniger extrem Arme, gibt es nun sogar noch mehr davon. Viele von diesen Ärmsten der Armen sind Frauen und Kinder. Gerade die Kinder leiden am meisten unter diesen Umständen und viele erreichen das fünfte Lebensjahr nicht. Viele sind mangelernährt, oft krank und haben keine Chance je eine Schule zu besuchen.

Die „Armen“ haben ein Gesicht!
Das sind die Fakten, aber wer sind den nun die „Armen“? Wenn ich meine Freunde von der Strasse anschaue, sehe ich Menschen die sich nach Liebe und Annahme und nach Gemeinschaft sehnen. Menschen die sich freuen, wenn man zu Besuch kommt, auch wenn die Behausung nur eine Matte am Strassenrand ist. Seit zehn Jahren besucht Lochumlo, eine Bekannte von mir, Strassenbewohner in Kalkutta. Seit fünf Jahren leitet sie ein Zentrum für die Kinder dieser Familien, wo sie eine Mahlzeit bekommen, sich waschen können, biblische Geschichten hören und dazu noch etwas lesen und schreiben lernen. Ein paar der Kinder sind mittlerweile in einem Internat untergebracht, wo sie eine normale Schulbildung und damit eine echte Chance für die Zukunft erhalten. Für diejenigen die in Kalkutta geblieben sind hofft Lochumlo, bald ein Haus erwerben zu können, wo sie den Älteren eine Möglichkeit zu einer Ausbildung anbieten kann, aber auch ein Platz, wo sie über Nacht bleiben können. Die Eltern der Kinder sind alle Hindus, aber weil Lochumlo nicht einfach nur die „Armen“ gesehen hat, sondern diesen Menschen zu einer echten Freundin und Vertrauten geworden ist, freuen sie sich über die Möglichkeiten die ihre Kinder haben, um ein Leben weg von der Strasse zu beginnen.

In Matthäus 25, 31–46 ist die Rede von zweierlei Menschen, denjenigen, die in Gottes Königreich einziehen können und denjenigen, die es nicht können. Das Kriterium ist: „Was hast du für die Hungrigen, Nackten, Leidenden und Obdachlosen getan?“
Ich weiss auf welcher Seite Lochumlo stehen wird. Wo wirst du stehen?

Wenn du mehr wissen willst schreibe mir.
Barbara Rüegger: barbara.ruegger@gmail.com



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