Rho – Rhi – Rhino Zügeltag
Der Missionar der SMG (Schweizerischen Missions-Gemeinschaft, Winterthur) arbeitet mit Mercy Air und SAM Ministries in Mosambik als Pilot und Landwirt und berichtet über seine Erlebnisse und Herausforderungen im Busch.
Ein Rhino Zügeltag ist etwas ganz spektakuläres und wenn ich mir vorstelle, dass da plötzlich so ein Ding an mir vorbeifliegt! Das Rhino kann leider den Flug nicht wirklich geniessen, denn damit es nicht ein Flugtrauma hat, wurde es kurzerhand betäubt und sauber in ein Netz verpackt – das arme Ding. Leider kommt es immer noch vor, dass Nashörner in Südafrika wegen dem Elfenbein gewildert werden – ist ja tragisch so etwas! Um dies zu verhindern wurden einige Rhinos also per Helikopter in einen Nationalpark in Sicherheit gebracht.
Nicht ganz so spektakulär erfolgt mein Zügeltag. Kein Helikopter und keine Betäubung ist dafür notwendig sondern nur mein, ich will da ja keine Werbung machen, aber es fängt mit Toy- an und hört mit -ota auf. Also eben, vollbepackt
transportiere ich meine sieben Sachen in mein kleines Swiss Chalet. Dies ist ein high light, wirklich! Alles riecht nach frischer Farbe, ist sauber und glänzt. Oho, aber da ist ja schon jemand Zuhause und vor mir eingezogen. Eine Wespenfamilie hat es sich bereits gemütlich gemacht. Kurzerhand kündigte ich ihnen das Asyl – ohne Frist. Der einzige Freund mit welchem ich das Haus teile ist ein kleiner Geko. Yes, der züngelt die unerwünschten Malaria Moskitos von den Wänden – ist also ein Freund darum haben wir quasi eine Lebensgemeinschaft gegründet. Er hat eine gratis Unterkunft und ich keine Moskitos.
Der erste Besuch inspiziert auch schon das neue Buschhaus als ich abends mit meinem Auto in die Garage fahre. Irgendetwas liegt doch da im Gras!? Schnell gehe ich ins Haus und hole meine Taschenlampe. Der Lichtkegel trifft auf eine wunderschöne Pythonschlange. Sie ist mindestens drei Meter lang und ich staune über die schöne Haut, welche im Taschenlampenlicht leuchtet. Sie versucht, sich im Holz zu verstecken, doch bei dieser Länge ist dies etwas schwierig. Pythons sind geschützt und dürfen nicht getötet werden. Sie sind ungiftig und erlegen die Beute durch erwürgen. Ratten, Frösche, Hühner, Lämmer und kleine Hunde stehen auf dem Speiseplan. Menschen werden nicht angegriffen, obwohl auch hier gibt es einige Geschichten, in welchen angeblich Menschen verschwanden.
Meinem Besuch rede ich gut zu und zeige ihr den Weg zurück in den Busch. Mal schauen, ob sie wieder einmal vorbei schaut.
Quelle: Blog von Andy Kuret






