Tränen brannten auf meinen Wangen

Freude. Hoffnung. Erwartungen. Mut. Ein „Ja“ über dem Einsatz. So sah meine Gefühlswelt aus, als ich Mitte April dieses Jahres den Airbus A 319 bestieg, um eine Missionarsfamilie in Laos bei der Schulung ihrer drei Kinder zu unterstützen. 

Ich war voller Tatendrang und war mir voll und ganz bewusst, dass es einen Einsatz unter erschwerten Bedingungen geben wird. (Laos ist nach wie vor eines der Länder der Welt, in welchem am repressivsten gegen Christen vorgegangen wird, Rang 10 auf der Skala der Länder mit der stärksten Christenverfolgung) Ich spielte einige mögliche Szenarien in meinem Kopf durch und fand jedes Mal einen inneren Frieden darüber.  

Was in den nächsten Wochen passierte, war jedoch nie Gegenstand dieser Überlegungen gewesen… Ich fiel in eine tiefe Erschöpfungsdepression. Da war kaum noch Schlaf in der Nacht. Alpträume rissen mich aus dem unruhigen Dösen. Tagsüber war ich nicht zu gebrauchen, ich fühlte mich macht- und kraftlos. Die vollen Batterien war wie auf einen Schlag aufgebraucht… Ich fühlte mich jämmerlich… Ich wollte helfen und nun im Einsatzgebiet läuft nichts mehr. Unzählige Gespräche, Gebete, Telefonate folgten während den nächsten 4 Wochen… Es ging immer mehr bergab… Nach gut fünf Wochen im Einsatz buchte ich ein Retourticket, traurig, ohne Hoffnung auf eine baldige Besserung. Die Tränen brannten auf meinen Backen. War es das? Wie um alles in der Welt habe ich das verdient? Wo habe ich Schuld auf mich geladen, ohne dafür gesühnt zu haben?  

Es folgten Wochen voller Leere, gefüllt mit Schmerz, dem Willen das Leben zu beenden, völliger Perspektivlosigkeit, ehe ich mich zum x-ten Mal in SEINE Hände fallen liess und er mich heilte. Bis heute weiss ich nicht genau, warum ich diesen Weg gehen musste, doch ich weiss: ER macht keine Fehler und es wird der Moment kommen, wo ich von dieser Erfahrung zehren kann und anderen einen Segen sein darf. Der Einsatz hat mein Leben auf den Kopf gestellt zwar nicht so wie es zu erwarten war, dafür aber mit einer unglaublichen Intensität. 

Ich bin nun dankbar, ob all der Kleinigkeiten im alltäglichen Leben. Ich kann wieder aufstehen und die Sonne scheint in meinem Leben. Ich werde nach und nach wieder leistungsfähig, der Herr hat die Tränen auf meinem Gesicht abgewischt und mir mein Lachen zurückgegeben. Ich bin so dankbar, trotz all den schweren Stunden, dass ich diese Krise durchgemacht habe.

Schon jetzt sehe ich die Welt mit anderen Augen und meine Beziehung zu dem Einzigen, der einem wirklich frei macht, ist vertieft worden. Grund genug aufzustehen, sich zu freuen und IHM die Ehre zu geben.